Einzelausstellung von Nora Below im Kulturpalast Wedding International

Freundinnen des Palasts!
Auf ein Neues! Wir freuen uns auf Kunst und Musik als ausufernde Soloshow:
Nora Below
*Heart and Soul
Ausstellungseröffnung am Freitag, 30.Januar 2026 um 20 Uhr
Ausstellungsdauer, 30.01.2026 bis 22.02.2026
Geöffnet Fr / Sa / So von 15 bis 19 Uhr, u.n.V.
Finissage am Sonntag, 22.Februar 2026 ab 16 Uhr
Kulturpalast Wedding International
Freienwalder Str. 20
13359 Berlin- Wedding
Nicht alles was bunt ist ist Pop sondern manchmal auch Electro. Nora Below, Berliner Künstlerin mit schwedischem Hintergrund, arbeitet radikal crossmedial und autobiografisch. Dabei ist ihr Zugriff auf alle denkbaren Kunstsparten und Bildtechniken – angesiedelt zwischen Graphic Novel, großformatigen Ölbildern, fotografischen Selbstportraits, Musikperformances und Videos – so vielfältig, dass man denken könnte es gäbe mehrere Nora Belows.
Die gibt es tatsächlich, zumindest lotet die Künstlerin in ihren Langzeit- Fotoprojekten die Möglichkeiten der eigenen Ich- Erweiterung konsequent aus. In geschlechterübergreifenden Selbstinszenierungen hinterfragt sie Rollen und Stereotype, verwandelt sich in einen reisenden Gipsy Buscemi oder wahlweise in eine autoaggressive, übellaunige Braut. You can be what you want – its your life. Oder eben viele Leben, denn in einem anderen ist die Künstlerin auch Musikerin und das Personal aus Noras inszenierten fotografischen Selbstportraits taucht in ihren Konzerten auf der Bühne wieder auf. Alles ist mit allem verbunden.
→ https://norabelow.de/electronic-music/
Einer anderen Ich- Variante von Nora Below begegnet man in ihren Comics und catchy fanzines in denen die Künstlerin ihr Leben reflektiert und feiert. Die autobiografischen Graphic Novel- Strips erscheinen als filmischer Road Trip durch alle Lebenslagen, dessen Soundtrack höchstwahrscheinlich Electro ist. Hier treffen Alltag und Clubkultur auf Aquarell und die Künstlerin hat keine Angst vor Farbe. Es geht bunt und laut zu- schließlich ist Nora Below vor allem auch noch eine virtuose Malerin.
In ihren großformatigen Ölbildern bedient sie sich einzelner Elemente ihrer grafischen Bildsprache: die rhythmische, kantige Strichführung oder die reduzierte, pastellige Farbpalette lassen die Bilder in einem Schwebezustand zwischen Comic, Zeichnung und Malerei erscheinen. Die Motive – meist Landschaften und Portraits – befinden sich dabei in verschiedenen Stadien der Auflösung, werden zu Ornament oder reinem Farbfeld. Die Bilder erscheinen rätselhaft, wie ein kurz aufflimmerndes Nachbild eines erinnerten Moments. Das Erinnerte, autobiografisch oder kollektiv, ist auch der Fundus aus dem Nora Below schöpft und es ist flüchtig. Damit spielt die Künstlerin.
In der Serie „Swedish Summer“ beispielsweise kann man glückliche Menschen in skandinavischen Sommerlandschaften beobachten und dabei zusehen wie Sommer und Glück vergehen. Die Malerei bei „Through a Glass Darkly“ basiert auf Filmstills und Aufnahmen von Ingmar Bergman und Liv Ullman. Dabei wird das zeitbasierte Medium Film mitsamt Bergmans düsterem Realismus auf einen zeitlosen Moment zusammengeschmolzen. Die Befreiung von der ursprünglichen Handlung, von einem Davor und Danach, verleihen den Bildern etwas Unfertiges, Beklemmendes. Man möchte weiterzappen und findet die Fernbedienung nicht. Zurück bleibt ein Kopfkino, das – je nach Verfassung – schlimmer sein kann als jede Realität.
→ https://norabelow.de/painting/
Im Kulturpalast Wedding International werden alle losen Enden der verschiedenen Werkreihen zusammengefügt. Wir freuen uns auf einen Kurzschluß der Extraklasse. Sound on.
In Vorfreude:
Der Palast
Kulturpalast Wedding International e.V.
Henrik Jacob | Stefanie Rumpler
Freienwalder Straße 20
13359 Berlin-Wedding
